Morserek

MorserekMorserek, das schwarze Blut, wie es in der alten Sprache heißt einst der Sohn einer einflussreichen Baronsfamilie aus den Drachenzinnen im Königreich Heligonia, wurde aus seiner Sippe, im Alter von 3 Jahren ausgesetzt. Die Gründe hierfür wurden ihm nie dargelegt aber man munkelte, dass es mit einer Prophezeiung zusammenhängen musste die einst ein alter Seher in den Eingeweiden eines Raben las. Zu dieser Zeit bedrohte eine schreckliche Kreatur die Feuer spucken konnte, geflügelt und zweimal so groß wie ein Haus war die Baronie. Es verlangte angeblich, zu seiner Besänftigung, eine Nacht mit Morsereks wunderschöner Mutter zu verbringen. Der feige Baron willigte ein, da er um seinen Besitz fürchtete. In der Form einer Menschengestalt schlich die Kreatur in einer dunklen Nacht zu ihr. Bald schon gebar die Baronin einen Sohn: Morserek (der Name wurde ihm später gegeben da er sich nicht an seinen richtigen erinnern konnte. Aus Angst vor dem heranwachsenden Bastard setzte man ihn schließlich aus. Eine alte Frau die in den Wäldern lebte, von der man sagte sie könne mit den Toten sprechen, hatte Mitleid mit dem Kind nahm sich seiner an und zog es auf. Morserek lernte dort viel über die hohe Kunst der Magie, stellte aber bald fest, dass er zu anderem geschaffen war. Seine Arme und Beine waren ungewöhnlich kräftig, seine Haut ledrig und er besaß ein ungewöhnliches Talent mit der Axt und anderem Kriegsgerät umzugehen. Morserek begann seine Fähigkeiten zu entdecken und er wusste, dass etwas in ihm schlummerte, was noch auf seine Loslassung wartete.
Im Alter von 19 Jahren schickte ihn die Alte vielleicht auch aus Furcht vor etwas, was sie nicht kontrollieren konnte, mit dem guten Ratschlag fort, seinen Anblick gegenüber den Menschen zu verhüllen. Immer noch von seiner Familie Tod geglaubt, zerrüttet von Hass und auf Rache sinnend machte er sich auf in die Welt hinauszuziehen, um fortan das einsame Leben eines Wegelagerers zu verbringen. Nur angetrieben von dem Willen eines Tages zurückkehren zu können, um sich zu nehmen was ihm gehörte. So glaubte er. Die Abenteuer die er erlebte kristallisierten bald seinen wahren Charakter heraus: Ein misstrauischer Halb-Mensch der verraten und zurückgelassen nur die kalte Hand des Nordwindes als Freund in den einsamen Nächten kannte. Er lebte allein, da ihm die Menschen zuwider wurden. Ihr fauliger Gestank und ihre Kunst der Selbstzerstörung wusste er nur mit Stahl zu beantworten. Die dunkle Zeit.
Aber auf seinen Reisen lernte er schnell dass nur von Hass geleitet er nie sein Ziel erreichen würde und versuchte das Feuer in seiner Seele zu löschen. Was ihm auch teilweise gelang dank der Liebe seines treuen Freundes Lucerna; einen Wolf den er einst, wie er selbst, verlassen auffand. Das lodernde Fegefeuer seiner Seele linderte sich, wurde aber bis zum heutigen Tage nie ganz gelöscht vor allem als der Wolf starb.
Der Wendepunkt in seinem Leben war die Gründung der „Allianz der sechs Schwüre" die sich zwischen den baldigen Weggefährten formte. Alle wurden die Opfer eines hinterhältigen Orkangriffs und gerieten in deren Gefangenschaft. Durch das gegenseitige versprechen der sechs Schwüre entkamen sie den Orks und bahnten sich miteinander, Seite an Seite, einen Weg.
Der wilde Haufen festigte sich durch die Zeit zu einem festen Band und Morserek fand in Taran, Kylen, Flannagan, Throndal, Akleson, Gisburne und Thal endlich Freunde die er lange gesucht hatte.

MorserekThal Nayi versuchte ihn in die hohen Künste der Magie einzuweisen und zeigte ihm wie man die Kraft der Runen zu beherrschen vermochte. Dennoch gehörte die Axt in Morsereks Hand und kein in Leder gebundenes Buch.
Und so geschah es, dass schon bald, die Geschichten die man ihm erzählt hatte, sich als Lügen bewahrheiten sollten. Durch Thal fand er sich eines Nachts in einer Vision wieder. Man hatte ihm etwas vorgemacht. Er war kein Mischling von „edler" Herkunft, wie von einem Drachen, sondern entsprang den Lenden eines Orks. Auch in dieser Beziehung hatte sein feiger Vater gelogen, um wahrscheinlich nicht komplett sein Gesicht zu verlieren. Es gab somit keinen Traum von Kräften die in Morserek schlummerten, er war der gewöhnliche Bastard eines Orks!
Morserek nahm sein Schicksal hin, so wie er es immer schon getan hatte und er entdeckte bald, dass sein Hang zu „den Grünhäuten", wie die Menschen sie zu nennen pflegen, ihm lieber war als irgendeine Verwandtschaft zu Echsen.
Zusammen mit Taran dem Jäger und Kylen erlebte er viele Abenteuer und stieß eines Tages auf die listige Angeliké, die Führerin einer Kopfgeldgilde. Sie erkannte Morsereks Talent und bot ihm und seinem Freund Kylen an, dieser Gilde beizutreten. Beide willigten ein und es stellte sich heraus, dass Kylens Hinterlistigkeit und Morsereks Stärke eine tödliche Kombination geben sollten, die jeder in Anspruch nehmen konnte der über das nötige Geld verfügte.
So zog der Mond weiterhin seine Kreise und oft blickte der Halbork verträumt in die dunkle Nacht hinaus. Die Tage des Kampfes und der plötzliche Tod Throndals hatten ihre Spuren hinterlassen; schienen kein Ende zu nehmen, machten ihn vielleicht auch weiser. Menschen kamen, Menschen gingen, auch Angeliké. Alle, bis auf seine Freunde der Allianz.

zurück zur Übersicht